FAQ

Wieso ein elektrischer Rallye-Markenpokal?

Weil er perfekt zur Marke Opel und deren strategischer Neuausrichtung im Rahmen des Markenplans „PACE!“ passt. Der Zeitpunkt dafür ist perfekt, denn fast zeitgleich mit dem Serienauto kommt auch die Rennversion des Corsa-e. Wir tun das, weil wir die automobile Zukunft aktiv begleiten und mitgestalten möchten. Und weil wir davon überzeugt sind, dass zur Elektromobilität nicht nur Attribute wie Vernunft oder Umweltschutz, sondern auch Emotion und Dynamik passen. Einen elektrischen Rallye-Markenpokal hat noch niemand durchgeführt. Opel und ADAC nehmen hier eine echte Pionierrolle ein, und die passt zu beiden Partnern ausgesprochen gut.

 

 

Wie groß ist die Reichweite des Corsa-e Rallye im Wettbewerbsbetrieb?

60 Wertungsprüfungs-Kilometer, also unter Volllast. Im Normalmodus hat der Corsa-e eine Reichweite von 330 Kilometern nach WLTP. Und weil Elektromotor (136 PS) und Batterie (50 kWh) mit dem Serienpendant identisch sind, gilt das auch für das Rennauto.

Ein Lauf zur Deutschen Rallye-Meisterschaft führt durchschnittlich über 120 Wertungsprüfungs-Kilometer plus Verbindungsetappen. Wie soll mit dieser Reichweite ein normaler Rallye-Betrieb möglich sein?

Ein benzinbetriebenes Rallyeauto fährt zum Tanken, unsere Rallyeautos eben zum Laden. Dieser Zeitraum muss natürlich in den Rallye-Zeitplan integriert werden – zum Beispiel, indem die Fahrzeuge des ADAC Opel e-Rally Cup am Morgen als erste und nach dem Mittags-Service als letzte Fahrzeuge auf die Piste gehen. Wir werden unsere Autos während einer Rallye niemals komplett leerfahren. Und unsere Technik macht es möglich, die Akkus an einer 100-kW-Schnellladestation binnen 30 Minuten auf 80 Prozent zu laden.

Und wenn die Rallye so angelegt ist, dass die Autos ausgerechnet bei Leerung der Akkus weit weg vom Service sind?

Wir werden mit einer mobilen Ladeinfrastruktur arbeiten und in der Lage sein, diese dort hinzuverbringen, wo sie gerade benötigt wird.

Mal ein extremes Beispiel: Ein Befahren der mehr als 40 Kilometer langen WP Panzerplatte bei der ADAC Rallye Deutschland ist so nicht möglich, oder?

Theoretisch ist es möglich, nur dass wir danach eben bald wieder laden müssten. So etwas ist immer im Gesamtkontext eines Rallye-Zeitplans zu sehen und mit einer gewissen Flexibilität zu handhaben. Die Panzerplatte beim deutschen WM-Lauf ist wirklich ein Extrembeispiel. Die Zielsetzung ist es, bei allen DRM-Läufen, in deren Rahmen der ADAC Opel e-Rally Cup stattfindet, jeweils alle Wertungsprüfungen fahren zu können.

Was passiert bei einem Ausrutscher eines E-Rallyefahrzeugs? Zuschauer oder Streckenposten laufen zum Auto und bekommen einen Stromschlag …

Wir haben diesbezüglich umfassende Vorkehrungen getroffen. Welche das sind, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam mit der deutschen Motorsport-Behörde DMSB kommunizieren. Nur so viel: Der DMSB setzt extrem hohe Sicherheitsstandards beim Betrieb eines elektrischen Rennfahrzeugs. Diese extrem hohen Sicherheitsstandards werden vom Corsa-e Rally nicht nur vollumfänglich erfüllt, sondern in vielen Bereichen übertroffen. Die Sicherheitsmaßnahmen schließen auch eine umfassende Schulung der Rallye-Veranstalter und ihres Streckenpersonals ein.

In der MotoE sind beim Laden der E-Motorräder schon zweimal Brände ausgebrochen. Beim ersten wurden sämtliche Rennmotorräder zerstört. Wie wollen Sie das beim Corsa-e Rally verhindern?

Sicherheit hat im ADAC Opel e-Rally Cup oberste Priorität. Unsere mobilen Ladestationen verfügen über modernste Sicherheitsvorkehrungen, damit so etwas nicht passiert. Und weil die Rennversion des Corsa-e stark auf dem Serienfahrzeug basiert, übernehmen wir auch dessen hohe Sicherheitsstandards in Bezug auf Crash- und Ladestrukturen. Das ist ein signifikanter Unterschied zu den MotoE-Prototypen.

Und irgendwo versteckt im Servicepark stehen Dieselaggregate, die den Strom fürs Laden der Rennwagen erzeugen?

Nein. Generatoren wird es bei uns nicht geben. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz mit einer rein elektrischen Lade-Infrastruktur.

Eine wichtige Komponente des klassischen Motorsports ist der Sound. Der fehlt bei einem E-Auto komplett.

Eine noch wichtigere Komponente ist die Performance. Wir wollen die Fans durch starke Vorstellungen auf der Strecke überzeugen. Der Corsa-e Rallye wird bei 136 PS Leistung und einem Drehmoment von 260 Newtonmetern aus dem Stand ein ähnliches Performance-Niveau wie unser aktueller ADAM Cup haben. Wir möchten aufzeigen, dass ein elektrisch betriebenes Rallyefahrzeug einem gleichstarken Verbrenner mindestens ebenbürtig ist. Wenn auch mit einem ganz anderen Sound, als klassische Motorsport-Fans gewohnt sind. Aber die Zeiten entwickeln sich eben weiter. Und lassen Sie sich überraschen, wie es klingt, wenn das Auto erst einmal fährt …

Der ADAC Opel e-Rally Cup soll ja wieder Teil eines Nachwuchsförderprogramms von ADAC und Opel sein. Vom Corsa-e geht es dann für die Geförderten wieder in Verbrenner-Fahrzeuge (Corsa Rally 4). Ist das nicht inkonsequent?

Auf den ersten Blick mag das so erscheinen. Aber man darf nicht vergessen, dass der elektrische Motorsport erst am Anfang seiner Entwicklung steht. Es gibt für die internationalen Klassen derzeit seitens der Automobilsport-Weltbehörde FIA noch keine Ausschreibung für Elektrofahrzeuge. Das wird in einigen Jahren anders sein. Die Nachwuchsförderung ist elementarer Bestandteil unseres gesamten Konzepts, beginnend mit der Neuaustragung der ADAC Opel Rallye Academy. Und die Eingliederung der Opel Automobile GmbH in die Groupe PSA eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Im Idealfall ist ein Aufstieg von der ADAC Opel Rallye Academy bis in die Rallye-Weltmeisterschaft möglich. Das bedeutet: Wir setzen ein gutes Konzept nicht nur fort, sondern machen es noch besser.

Der Preis für den Corsa-e Rallye soll Ihren Angaben zufolge „deutlich unter 50.000 Euro“ liegen. Damit liegt er immer noch mehr als 10.000 Euro über dem letzten Preis des benzinbetriebenen ADAM Cup.

Ein Elektroauto ist teurer als ein herkömmlicher Verbrenner, das ist richtig. Aber wie immer ist solch eine Investitionen über einen gewissen Zeitraum von mehreren Jahren zu sehen. Die Betriebskosten beim Corsa-e werden niedriger sein als beim Verbrenner. Und die Möglichkeiten zur Refinanzierung über Partner und Sponsoren werden für die Teams bei einem neuen, so revolutionären und innovativen Projekt größer sein, zumal im Rahmen der Deutschen Rallye-Meisterschaft auch in Zukunft eine gute Print-, Online- und TV-Vermarktung gewährleistet sein wird. Und natürlich wird im ADAC Opel e-Rally Cup auch wieder ein üppiges Preisgeld ausgeschüttet. In Verbindung mit den einzigartigen Aufstiegsmöglichkeiten, die ein junges Talent innerhalb unserer Förderpyramide hat, halten wir das Preis-Leistungs-Verhältnis für ausgesprochen gut.

Bei welcher Art von Rallye außerhalb der DRM kann das Fahrzeug zum Einsatz gebracht werden?

Das Auto wird zunächst national homologiert. Zusätzliche Veranstaltungen werden zusammen mit unserem Partner ADAC abgestimmt. So wird derzeit auch ein Lauf im benachbarten Ausland diskutiert. Das Interesse anderer nationaler Meisterschaften ist schon jetzt gegeben.

Wo wurde das Fahrzeug entwickelt? Bei PSA Motorsport oder in Rüsselsheim?

Das Auto wird in Rüsselsheim entwickelt.

Wo werden die Fahrzeuge produziert und wer bietet den laufenden Service? Ist beides wieder die Firma Holzer?

Die Entwicklungs- und Testfahrzeuge werden in Rüsselsheim aufgebaut. Wie üblich unterliegt die Vergabe des Auftrags für den Aufbau der Kundenfahrzeuge sowie den späteren Service einem Ausschreibe- und Einkaufsprozess, der noch nicht abgeschlossen ist.

Wie funktioniert das Kauf-Procedere? Wo können sich Interessenten anmelden/registrieren – zu welchem Preis ab wann tatsächlich bestellen und wann wäre die frühestmögliche Auslieferung?

Interessenten können sich per sofort via E-Mail unter customer@opel-motorsport.com an Opel Motorsport wenden. Sie erhalten dann alle weiteren Informationen. Der endgültige Preis wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, ebenso der Zeitpunkt der Verfügbarkeit bzw. Auslieferung der Fahrzeuge.