„Der ADAC Opel Rallye Cup ist die perfekte Schule!“

Im Interview mit dem Slowenischen Rallye-Divisionsmeister Tim Novak. Warum nicht nur die Qualitäten des Opel ADAM R2 sondern auch seine beiden Saisons in Deutschland einen entscheidenden Beitrag zu diesem großen Erfolg geleistet haben.

Ein gelungenes Gesamtpaket: Tim Novak über seinen Opel ADAM R2

Novak: Die zwei Jahre in Deutschland waren eine perfekte Vorbereitung

In einem spannenden Saisonfinale im Rahmen der Rallye Idrija haben Tim Novak (24) und sein Beifahrer Uros Ocvirk im ADAM R2 von Opel Slowenien den Titelgewinn in der Division 2 sowie den dritten Gesamtrang in der Slowenischen Rallye-Meisterschaft klargemacht. Im Interview spricht der ehemalige Teilnehmer des ADAC Opel Rallye Cup über seine Saison, die Unterschiede zwischen der deutschen und slowenischen Rallyeszene sowie die Qualitäten des ADAM R2.

Slowenischer Divisionsmeister – wie fühlt sich das an?

Tim Novak: Einfach großartig. Die ganze Saison über mussten wir in der stark besetzten Division 2 kämpfen, es war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten, die wir als Team gemacht haben – bei der Arbeit vor Ort, der Abstimmung des ADAM R2 und natürlich auch bei meiner fahrerischen Leistung.

Du hast in sechs Rallyes sechs Podestplätze erzielt, und trotzdem haben am Ende nur 5,5 Punkte den Unterschied gemacht. Das zeigt, wie hart umkämpft die Slowenische Rallye-Meisterschaft ist.

Ja, absolut. Unser Hauptkonkurrent Aleks Humar hat schon vier nationale Meistertitel auf dem Konto. Der Kerl ist unglaublich schnell, wir wussten von Anfang an, dass er der Mann sein würde, den es zu schlagen galt. Aber er hat eben den einen oder anderen Fehler begangen und auch das eine oder andere technische Problem gehabt. Wir nicht. Umso mehr muss ich mich bei meiner Mannschaft bedanken, die wirklich fabelhaft gearbeitet hat. Und der ADAM R2 ist über die gesamte Saison gelaufen wie ein Uhrwerk.

Wie schwierig war es, beim Finale das richtige Maß zwischen Attacke und Vorsicht zu finden?

Gar nicht mal so schwierig. Mir war klar, dass Humar bei seiner Heimrallye nur schwer zu schlagen sein würde, also haben wir uns darauf konzentriert, den Podestplatz klarzumachen, den wir für den sicheren Titelgewinn gebraucht haben. Und ich wusste auch, dass es eine Wertungsprüfung gibt, die mir besonders gut liegt und in der ich im Kampf ums Podest ein Ausrufezeichen setzen kann. So war es dann auch. Etwas nervös war ich nur angesichts der Tatsache, dass ich mit dem ADAM R2 nie zuvor im Regen gefahren war. Aber letztlich ging es sehr gut.

Kannst Du die deutsche und slowenische Rallye-Szene miteinander vergleichen?

Die Rallyes hier sind mit rund 100 WP-Kilometer etwas kürzer als in Deutschland. Die Prüfungen sind generell etwas langsamer, kurvenreicher, aber auch rutschiger und weisen mehr Cuts auf. Weil die meisten Rallyes in hügeligem Gelände stattfinden, geht es mehr bergauf und bergab. Der Wettbewerb in der Slowenischen Meisterschaft ist toll. Zwar ist die Gesamtspitze weniger breit als in Deutschland, weil wir hier nur zwei R5-Autos haben, aber dafür geht in den Divisionen die Post ab. Sieben R2-Autos standen immer am Start, oft auch mehr.

Hast Du das Gefühl, Deine beiden Saisons im ADAC Opel Rallye Cup haben Dich ein wenig für diesen Erfolg vorbereitet?

Ohne jeden Zweifel! In der ersten Saison im Cup war ich immer wieder schnell, habe aber einige Fehler gemacht. Zwischendurch war mein Vertrauen ziemlich im Keller, und wir mussten uns wieder nach oben kämpfen. In meinem zweiten Jahr war ich schneller und vor allem konstanter. In dieser Saison war Humar oft einen Tick flotter unterwegs als wir, also sind wir unseren Rhythmus gefahren und haben auf einen Fehler von ihm gewartet, der dann eben hie und da auch kam. Ich habe in den beiden Jahren in Deutschland gelernt, auf dem Punkt ans Limit zu gehen, weil man anderenfalls im ADAC Opel Rallye Cup gnadenlos hinterherfährt. Früher habe ich oft die ersten beiden Prüfungen etwas verpennt. Zudem habe ich meinen Aufschrieb stark verbessert und gelernt, ihn besser zu nutzen. Davon habe ich dieses Jahr sehr profitiert, weil ich seit 2014 nicht mehr in Slowenien gefahren war und praktisch alle Wertungsprüfungen sich seither verändert haben. Kurz: Der ADAC Opel Rallye Cup ist für mich die perfekte Schule. Ich habe in diesen beiden Jahren enorm viel gelernt, von dem ich diese Saison profitiert habe.

Wie so oft in dieser Kategorie war es ein Kampf Opel gegen Peugeot. Was zeichnet den ADAM R2 aus?

Das Gesamtpaket. Ich bin den Peugeot 208 R2 auch schon gefahren, und von den WP-Zeiten her schenken sich die beiden Fahrzeuge nicht viel. Beim ADAM R2 gefällt mir die Getriebeabstufung etwas besser, Motor und Fahrwerk sind einfach klasse. Das Auto ist am Limit sehr berechenbar, was bedeutet, dass es weniger Risiko braucht, um damit richtig schnell fahren zu können. Außerdem ist der ADAM R2 extrem zuverlässig. Einfach ein rundum sehr gutes Rallyeauto.

Wie wurden Deine Erfolge in Deiner Heimat wahrgenommen?

Erfreulich stark. Ich habe aus der Motorsport-Szene viel positives Feedback bekommen, auch die Medienresonanz war sehr gut. Wir wissen, dass wir noch Steigerungspotenzial haben, aber auf dieser Saison lässt sich in jeglicher Hinsicht aufbauen.

Gibt es schon Pläne für die kommende Saison?

Keine, über die ich schon konkret sprechen könnte. Natürlich ist es das Ziel, früher oder später auf ein leistungsstärkeres Fahrzeug umzusteigen. Aber für 2019 ist es eine wahrscheinliche Option, noch einmal mit Opel in Slowenien anzutreten.