Der rasende Analytiker

Timo Broda hat sein Talent im Verlaufe des ADAC Opel Rallye Cups 2013 deutlich unter Beweis gestellt. Nun gilt es, an den Details zu feilen.

Timo Broda: 2014 soll der erste Sieg im ADAC Opel Rallye Cup her

Timo Broda zählte in der Debütsaison des ADAC Opel Rallye Cups zweifellos zu den positiven Erscheinungen. Und dies nicht nur wegen seines eloquenten, stets freundlichen Auftretens, sondern insbesondere auch wegen seines schweren Gasfußes. Bereits in seiner ersten Saison im „großen“ Rallyesport mischte sich der 22-Jährige aus Hamburg unter die Spitze der Cup-Junioren und zählte am Ende zu jenen Fünf, die sich um die beiden Cockpits im ADAC Opel Rallye Junior Team 2014 bewerben durften.

Dass Timo im Zuge dieser Nachwuchssichtung letztlich Marijan Griebel und Fabian Kreim den Vortritt lassen musste, war zweifellos einer gewissen Unkonstanz im Saisonverlauf geschuldet. Höhepunkte wie der zweite Rang bei der ADAC Ostsee Rallye wechselten sich mit Rückschlägen wie den Unfällen bei den Wertungsläufen in Niedersachsen und Baden-Württemberg ab.

Doch einer wie Broda nimmt die Tiefen im persönlichen Weiterkommen als ebenso wertvoll an wie die Höhen. „Der Saisonauftakt im Erzgebirge war meine erste Masters-Rallye und eine ganz andere Hausnummer als das, was ich zuvor gemacht hatte“, rekapituliert der Norddeutsche. „Es gab viel zu lernen, und ich denke, ich habe im Großen und Ganzen eine positive Entwicklung genommen und bewiesen, dass ich vorne mitfahren kann, wenn alles passt. Um bei dieser enormen Leistungsdichte mithalten zu können, musst du ans äußerste Limit gehen – und dabei kommt einem, speziell als Neuling, halt auch mal das eine oder andere Karosserie-Teil abhanden ...“

Was nicht bedeutet, dass ihn die Abflüge nicht extrem wurmen – im Gegenteil. Broda: „Ich bin einer, der sich immer bemüht, solche Vorfälle erst mal sacken zu lassen, dann aber möglichst intensiv zu analysieren und Prozeduren zu entwickeln, um das Richtige zu tun, wenn man nochmal in eine vergleichbare Situation kommt. Das ist im Rallyesport sehr schwer. Auf der Rundstrecke endet das Herantasten ans absolute Limit schlimmstenfalls in einem Kiesbett. Das ist bei uns anders. Aber wenn du nicht in jeder Kurve um das letzte Zehntel kämpfst, fehlen dir am Ende der Prüfung auf einmal drei Sekunden – und so gewinnst du im ADAC Opel Rallye Cup nichts.“

Lernen, lernen und nochmals lernen, so lautete die Maxime des Fahrzeugtechnik-Studenten. Aus diesem Grund nahm er die Hilfe zweier international beschlagener Copiloten wie Klaus Wicha (ADAC Rallye Baden-Württemberg) und Michael Kölbach (ADAC 3-Städte-Rallye) gerne an. „Es ist toll, wie viel du von so erfahrenen Leuten mitnehmen kannst, sowohl in der Vorbereitung als auch im Aufschrieb. Man sagt ja nicht umsonst, das Gehirn im Rallyeauto sitzt rechts.“ Dass er die Aufnahme ins offizielle Förderprogramm von ADAC und Opel knapp verpasst hat, sieht Timo in erster Linie als Ansporn: „Natürlich war ich im ersten Moment enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat. Andererseits war die Einladung zur Sichtung eine Bestätigung, dass offensichtlich Potenzial vorhanden ist. Und das gilt es im nächsten Jahr noch besser auszuschöpfen. Das fängt schon bei der Saisonvorbereitung an.“

Und wenn Broda von Saisonvorbereitung spricht, dann spricht er von der Saisonvorbereitung für den ADAC Opel Rallye Cup. Denn der hat es ihm angetan: „Neben der Wahnsinns-Leistungsdichte und der tollen Technik des Rallye-ADAM, mit der wir teilweise deutlich stärkeren Fahrzeugen das Leben schwer gemacht haben, würde ich den Zusammenhalt und das Miteinander unter den Teilnehmern herausstellen. Wir haben uns auf der Wertungsprüfung bekämpft, im Servicepark aber super verstanden. Wenn du etwas gebraucht hast, egal ob Material oder Ratschlag, hat sich immer einer gefunden, der es dir gegeben hat. Das war einfach toll!“