Deutsche Cup-Talente im Aufwind

Nach seinem Ausfall beim zweiten Saisonlauf des ADAC Opel Rallye Cup steht der junge Este Karl-Martin Volver bei der ADAC Rallye Stemweder Berg bereits etwas unter Druck, um Elias Lundberg aus Schweden nicht an der Tabellenspitze enteilen zu lassen. Eine erfreuliche Aufwärtstendenz zeigen unterdessen die deutschen Rallye-Talente.

Kurvenkünstler: Die ADAM-Meute freut sich auf das Cup-Gastspiel in Lübbecke

Nach den ersten beiden Läufen des ADAC Opel Rallye Cup 2018 zeichnet sich ein beinharter Titelkampf zwischen mehreren europäischen Jungtalenten ab. Nach einem zweiten Rang beim Saisonstart im Rahmen der ADAC Saarland-Pfalz Rallye und dem Sieg zuletzt bei der AvD-Sachsen-Rallye hat sich Elias Lundberg an der Tabellenspitze einen kleinen Vorsprung von 23 Punkten verschafft. Der 20-jährige Schwede profitierte dabei auch vom spektakulären, aber glimpflich verlaufenen Überschlag des zu diesem Zeitpunkt in Führung liegenden Karl-Martin Volver in Sachsen. Der 19-Jährige aus Estland, beim Auftakt im Saarland auf Schnee und Eis noch der strahlende Sieger, rutschte nach dem Unfall in der Gesamtwertung auf den dritten Rang ab. Gesamtzweiter ist der 19-jährige Luxemburger Grégoire Munster, der bei den ersten beiden Aufeinandertreffen ebenfalls zweimal auf dem Podest stand, aber noch auf seinen ersten Sieg in Europas stärkstem Rallye-Markenpokal wartet.

Weil im ADAC Opel Rallye Cup keine Streichresultate vorgesehen, alle acht Einzelergebnisse also gleichermaßen wichtig sind, steht der auf Zwischenrang 3 zurückgefallene Volver angesichts von 32 Punkten Rückstand auf Lundberg vor dem dritten Saisonlauf bei der ADAC Rallye Stemweder Berg also bereits ziemlich unter Druck. „Die Aufgabenstellung ist knifflig“, weiß der Balte. „Einerseits brauchen wir unbedingt Punkte, die Zielankunft hat also oberste Priorität. Andererseits ist das fahrerische Niveau im ADAC Opel Rallye Cup so hoch, dass wir gezwungen sind, mit vollem Einsatz zu fahren, um insbesondere Elias vorne nicht zu weit davonfahren zu lassen.“ Und auch Lundberg spürt den heißen Atem der Verfolger im Nacken: „Wir werden nicht so naiv sein und uns auf unserem Vorsprung ausruhen. Dazu ist die Saison noch viel zu jung. Der kleinste Fehler kann in diesem hartumkämpften Cup folgenschwer sein; Karl-Martins Missgeschick in Sachsen ist das beste Beispiel dafür.“

Erfreulich stark unterwegs sind in dieser Saison auch die deutschen Cup-Glüher. Mit Rang 3 und seinem ersten Podestplatz in dieser Saison bei der AvD-Sachsen-Rallye rückte Nico Knacker in der Tabelle auf die fünfte Position hinter dem Belgier Romain Delhez nach vorne. „Wir haben gesehen, dass wir das Tempo der Topleute zumindest phasenweise mitgehen können. An dieses Erfolgserlebnis möchten wir nun anknüpfen und den Rückstand auf die absolute Spitze weiter verkürzen“, sagt der 21-Jährige aus Siedenburg. Auch David Havlat (27, Großschönau) und der letztjährige Champion des ADAC Rallye Masters, Max Schumann (25, Riegelsberg), setzten sich mit den Plätzen 6 und 7 in Sachsen nach mitreißenden Kämpfen vor allem mit dem Briten Frederic Field und dem Franzosen Dylan Gagniere sehr positiv in Szene.

Generell machten die ersten beiden Kräftemessen im ADAC Opel Rallye Junior Cup 2018 bei völlig unterschiedlichen äußeren Bedingungen und Streckenverhältnissen Lust auf mehr. Und die ADAC Rallye Stemweder Berg ist für Action vom Allerfeinsten prädestiniert. 21 Cup-ADAM mit Piloten aus zwölf Nationen sind bei der schnellen Asphalt-Hatz rund um Lübbecke im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens genannt. Insgesamt 14 Wertungsprüfungen über 143,76 Kilometer sind zu absolvieren. Los geht’s am Freitagabend (15.6.) ab 17.33 Uhr mit vier Wertungsprüfungen, bevor die Fahrzeuge ab 21.18 Uhr im Parc-fermé übernachten. Der Start zur zweiten Etappe erfolgt am Samstag (16.6.) ab 8.30 Uhr, das Ziel am Lübbecker Marktplatz ist ab 19.38 Uhr erreicht.

Rallye-Fans, die auf das Rallye-Erlebnis vor Ort verzichten müssen, können die Ereignisse beim dritten Lauf des ADAC Opel Rallye Cup per Live-Timing auf www.opel-motorsport.com und www.adac.de/motorsport verfolgen. Der Nachrichtensender n-tv fasst die Ereignisse von der ADAC Rallye Stemweder Berg und hier natürlich auch das wilde Treiben im ADAC Opel Rallye Cup am Sonntagmorgen nach der Veranstaltung ab 7:30 Uhr im Magazin „PS – Die Deutsche Rallye-Meisterschaft“ zusammen.