Schöne und weniger schöne Lektionen

Für die Rallye Baden-Württemberg holte sich Timo Broda eine ganze Wagenladung Rallye-Erfahrung ins Auto – zum angestrebten Podestplatz reichte es dennoch nicht.

Der Speed war da, doch zwei Fehler waren zwei zu viel: Timo Broda und Klaus Wicha

Hohe Beifahrer-Prominenz bei der Rallye Baden-Württemberg: Zur Wahrung seiner Vize-Titelchancen in der Juniorwertung des ADAC Opel Rallye Cups hatte sich Timo Broda für das schwäbische Gastspiel die Dienste des international mit allen Wassern gewaschenen Klaus Wicha gesichert. Der 52-Jährige feierte 2008 an der Seite des Österreichers Andreas Aigner den Titel in der Produktionswagen-WM (PWRC) und ist damit der bis dato letzte deutsche Rallye-Weltmeister.

„Die Tabellensituation ist sehr eng, und wir sind immer auf der Suche nach Optimierung. Von daher habe ich die Chance, mit einem Profi wie Klaus arbeiten zu dürfen, gerne genutzt. Und man sieht und spürt auch direkt, wie viel Erfahrung da im Spiel ist“, begründete Broda, der sich als einer von fünf Sichtungskandidaten von ADAC und Opel Hoffnung machen darf, im kommenden Jahr als offizieller Förderpilot in einem Werks-ADAM R2 ein internationales Rallye-Programm fahren zu dürfen.

Die Tatsache, dass Brodas Stamm-Copilotin Heinke Möhrpahl die weite Anreise nach Heidenheim dennoch auf sich genommen hatte, um ihrem Team zur Seite zu stehen, spricht für die Professionalität der Hanseatin – die freilich kaum verhehlen konnte, dass sie lieber im gelben Rallye-ADAM Platz genommen hätte: „Aber Klaus kann Timo auf Grund seiner Erfahrung Input geben, den ich ihm ganz einfach nicht geben könnte. Auch ich kann von so viel Erfahrung nur profitieren.“

Die Rallye begann für Broda/Wicha wie nach Drehbuch. Nach WP4 lagen sie bei widrigen äußeren Bedingungen in Schlagdistanz zu Leader Markus Fahrner auf Platz 2. Doch dann knallte Broda den ADAM in den beiden folgenden Wertungsprüfungen je einmal neben die Piste und verlor dabei rund eine Dreiviertelminute. Auch wenn der 22-Jährige in der Folge den Rhythmus rasch wieder fand, war der erhoffte Podestplatz natürlich futsch. Und weil der in der Juniorwertung auf Platz 2 liegende Fabian Kreim in Baden-Württemberg Dritter wurde, kann sich Timo den Vizetitel angesichts von 33 Punkten Rückstand und nur noch einer ausstehenden Rallye wohl an den Hut stecken.

Dennoch war das Glas für Broda am Ende halbvoll: „Der Speed hat gepasst, und ich habe unheimlich viel gelernt. Zwei Fehler haben ein Top-Ergebnis ruiniert. Aber aus Fehlern lernt man. Wir sollten nun gar nicht zu tief in die Analyse einsteigen, sondern einfach konzentriert weitermachen. Es warten ja noch große Aufgaben auf uns!“