Historie.

Power Sliders

Enthusiastische Privatfahrer waren es zunächst, die nach dem 2. Weltkrieg den Motorsport im Zeichen des Opel-Blitzes wiederbelebten. Mit Olympias und Kapitänen pflügten sie in den 1950er-Jahren über Feldwege und Schotterpisten, in den Sechzigern mit nur leicht modifizierten A-Kadetten und Rekords. Und immer wieder, wenn man im historischen Gedächtnis der Marke wühlt, führt dies zu der Erkenntnis: Damals wie heute lebt(e) die Vitalität und Emotionalität von Opel zu großen Teilen von der Leidenschaft ihrer außerordentlich loyalen Anhängerschaft.

1968 schüttelte sich die Rüsselsheimer Traditionsmarke die Nachkriegslethargie aus den Kleidern und kehrte als Werk in den Motorsport zurück. Wobei Idee und Konzept an die heutige Motorsportstrategie mit dem ADAC Opel Rallye Cup erinnern; schon damals ging es nämlich darum, jungen Talenten Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten zu bieten. Dazu wurde eigens die Abteilung „Sportförderung“ gegründet und im Folgejahr einen Sportpokal mit einem stattlichen Preisgeldtopf von insgesamt 66.000 D-Mark ausgeschrieben. Gewertet wurden dabei – Disziplin übergreifend – Erfolge bei Rallyes, Rundstrecken- und Bergrennen sowie Slalomveranstaltungen.

Auch die Privatiers hielten weiter das Opel-Banner hoch. Mit wachsendem Erfolg, wie ein Bilanzauszug der Saison 1969 zeigt: Da erkämpften Opel-Piloten in Deutschland, den Niederlanden und in Schweden die Rallyemeisterschaft ihres Landes.

Den ersten großen internationalen Titel der jüngeren Rallyevergangenheit holte Opel dann 1974. Walter Röhrl – der beste Rallyepilot seiner Zeit und mit Sicherheit einer der Besten aller Zeiten – und sein Navigator Jochen Berger holten mit ihrem Ascona A die Rallye-Europameisterschaft. Und das vorzeitig: Bereits drei Läufe vor Abschluss der Serie waren sie punktemäßig uneinholbar. 1979 ging der zweite EM-Titel nach Rüsselheim. Wieder war ein Ascona, dieses Mal in Gestalt der zweiten Modellgeneration „B“, Ausführung i2000, im Gruppe 2-Trim. Väter des Erfolgs waren in diesem Fall der Joachim „Jochi“ Kleint und Kopilot Gunter Wanger. Auch sie standen dank starker Leistungen schon vor Saisonschluss als Europameister fest. 

Den bisherigen Höhepunkt der Opel-Rallyehistorie setzte dann wiederum Virtuose Röhrl in der Saison 1982. Assistiert von Kopilot Christian Geistdörfer, erreichte er mit dem inzwischen legendären Ascona 400 zwei Siege, drei zweite und drei dritte Plätze, 109 WM-Zähler und damit den Weltmeistertitel. Nur ein Team konnte damals dem fliegenden Regensburger wirklich Paroli bieten, pikanterweise handelte es sich bei diesen härtesten Widersachern um die WM-Krone um Widersacherinnen: Die superschnelle Französin Michèle Mouton und ihre italienische Beifahrerin Fabrizia Pons waren es nämlich, die mit ihrem Audi quattro das Championat bis zum Schluss offen gestalteten. 97 Punkte und der Vizetitel waren der verdiente Lohn.

Versenkt man sich in die Details der alten Geschichten und Rennberichte, zeigt sich immer wieder: Fast alles ist möglich, wenn alles passt: das Fahrzeug, das Talent, das Team, die Strategie; und nicht zuletzt die äußeren Umstände und das Glück der Tüchtigen. Mit dem neuen ADAC Opel Rallye-Cup haben Opel und der ADAC ein ideales Feld bereitet, auf dem neue Rallyestars heranwachsen können.

Alles Weitere haben die Teilnehmer selbst in der Hand. Wir sind gespannt und zuversichtlich, dass sie der Opel Rallyehistorie ein neues, aufregendes Kapitel hinzufügen.