Ein Senkrechtstarter im Astra TCR

Quasi wie aus dem Nichts tauchte Luke Wankmüller in der ADAC TCR Germany auf. Und seither mischt der 17-Jährige im rund 350 PS starken Opel Astra TCR von HP Racing International gehörig das Tourenwagen-Establishment auf.

Starke Kombination in der ADAC TCR Germany: Luke Wankmüller im Astra TCR

Luke Wankmüller: Ein Teenager mischt das Tourenwagen-Establishment auf

Luke Wankmüller ist so etwas wie ein Shooting Star des deutschen Tourenwagensports. Kaum einer hatte den erst 16-Jährigen aus Straubenhardt bei Karlsruhe auf dem Zettel, als er zu Saisonbeginn in die ADAC TCR Germany einstieg. Umso größere Bauklötze staunte das Establishment, als der junge Mann im Opel Astra TCR des Teams HP Racing International rund um Routinier Hari Proczyk von Beginn an im Spitzenpulk dieser so hart umkämpften Rennserie mitmischte. Und dies, obwohl sich Lukes Automobilsport-Erfahrung auf ein Rennwochenende im Renault Clio Cup beschränkte. Ansonsten hatte er die Saison 2017 in dem Renngerät bestritten, in dem er schon seit seinem sechsten Lebensjahr unterwegs ist – im Kart.

Eingewöhnungsprobleme? Fehlanzeige. „Auch wenn wir wegen des schlechten Wetters im Frühjahr nicht viel testen konnten, habe ich mich im Astra TCR sehr schnell wohlgefühlt“, erzählt Wankmüller. „Ehrlich gesagt, habe ich die Umstellung vom Kart in den Tourenwagen als gar nicht so schwierig empfunden. Auch wenn die geforderten Fahrstile natürlich komplett unterschiedlich sind. Aber ein guter Rennfahrer muss das hinkriegen. Und mit Hari habe ich natürlich die beste Referenz. Seine Erfahrung aus etlichen Autorennen hilft mir enorm. Ohne ihn wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.“

Mittlerweile ist Luke 17, liegt im Gesamtklassement der ADAC TCR Germany auf dem siebten Rang, führt knapp die Rookie-Wertung an und trug maßgeblich dazu bei, dass HP Racing International mit dem Fahrerduo Proczyk/Wankmüller zwei Rennwochenenden vor dem Saisonende exzellente Chancen auf den Gewinn der Teamwertung hat. Der hochtalentierte Rookie führt das nicht zuletzt auf das breite Arbeitsfenster seines fahrbaren Untersatzes zurück: „Wir waren auf keiner Rennstrecke überlegen, aber überall vorne mit dabei. Der Astra TCR ist vergleichsweise einfach zu fahren und funktioniert vor allem auch im Windschatten gut. Andere Autos bekommen da schnell thermische Probleme, der Opel nicht. Das hat uns zum Beispiel auf dem Red Bull Ring sehr geholfen. Und wir sind schnell auf den Geraden, was Vorteile bringt, wenn es im Rennen ans Überholen oder Verteidigen geht.“

Die erfreuliche Tabellensituation blendet Wankmüller vor den letzten beiden Rennwochenenden der ADAC TCR Germany am 8./9. September auf dem Sachsenring sowie am 22./23. September bei seinem Heimspiel in Hockenheim so weit als möglich aus: „Wir müssen von Rennen zu Rennen denken und voll konzentriert bleiben. Mein Vorsprung in der Rookie-Wertung ist mit 2,5 Punkten ja ohnehin nicht üppig. Hier liegt für mich der Hauptfokus – sobald ich in einem Rennen bester Rookie bin, nehme ich ein bisschen Risiko raus. Aber natürlich wäre es auch fantastisch, gemeinsam mit Hari die Teamwertung zu gewinnen. Wie auch immer: Es sind noch vier Läufe zu fahren, und in denen kann bei dieser enormen Leistungsdichte alles passieren.“

Das große Ziel von Luke Wankmüller ist unterdessen seit Jahren das gleiche – einmal bei den legendären 24 Stunden von Le Mans am Start stehen. Doch vorläufig zählt für den rasenden Teenager nichts anderes als die laufende Saison: „Die wollen wir mit dem bestmöglichen Ergebnis zu Ende bringen. Dann haben wir genügend Zeit, um uns über 2019 Gedanken zu machen.“