Starke erste Saisonhälfte für den Astra TCR

Nach drei von sieben Saisonveranstaltungen der ADAC TCR Germany führt Routinier Harald „Hari“ Proczyk im Astra TCR seines Teams HP Racing International das Zwischenklassement an. Und auch die Jugend drängt schon kräftig nach.

Starke Bilanz aus den ersten drei Veranstaltungen: Harald Proczyk im Opel Astra TCR

Hari Proczyk: Noch verschwendet er nicht zu viele Gedanken an einen möglichen Titel

Bereitet seinem Chef richtig viel Freude: Luke Wankmüller im Astra TCR von HP Racing

Der Opel Astra TCR hat in der ADAC TCR Germany einen Saisonstart nach Maß hingelegt. Nach zwei Siegen und drei Podestplätzen in den ersten sechs Wertungsläufen führt der Österreicher Harald Proczyk im Astra TCR seines Rennteams HP Racing International mit 22 Punkten Vorsprung das Zwischenklassement der deutschen TCR-Rennserie an. Und auch sein junger Teamkollege Luke Wankmüller poliert die astreine Bilanz des Astra TCR mit einem Top-Ergebnis nach dem anderen und steckt nach drei von sieben Saisonveranstaltungen mitten im Kampf um die Junior-Wertung.

„Schon im vergangenen Jahr hat das Auto großes Potenzial angedeutet“, betont Proczyk. „Ich bin überzeugt, dass der Astra TCR mit der letztjährigen Einstufung national und international Kreise um die anderen fahren würde. Als die Balance of Performance für dieses Jahr dahingehend angepasst wurde, dass alle TCR-Fahrzeuge effektiv dieselbe Motorleistung fahren, dachte ich, es würde richtig schwierig werden. Stattdessen sind wir dieses Jahr dort stark, wo es im Vorjahr noch nicht optimal lief – nämlich in mittelschnellen und schnellen Kurven, dort also, wo ein gutes Fahrwerk und eine ausgewogene Aerodynamik zählen.“

Die Steigerung führt der 42-Jährige aus Knittelfeld unweit des Red Bull Rings auf die vielfältigen Einstellmöglichkeiten des Astra TCR und die konstruktive Zusammenarbeit mit Kissling Motorsport zurück: „Ich glaube, viele Teams unterschätzen das Potenzial, das ein moderner TCR-Wagen bei der Abstimmung bietet. Viele halten diese Autos für bessere Markenpokal-Fahrzeuge. Dabei sind beim Astra TCR so viele Parameter zu berücksichtigen, dass er einem GT3-Rennwagen in nichts nachsteht. So kannst du dir bei der Fahrzeugabstimmung durchaus Vorteile verschaffen – oder dich verrennen. Umso wichtiger ist die perfekte Unterstützung, die wir durch Kissling Motorsport bekommen. Während du bei anderen Herstellern einfach Team XY bist, helfen Stefan Kissling und seine Truppe in allen Bereichen, in denen sie es dürfen. Der Service ist perfekt. Überhaupt ist unsere Stärke, dass wir als gesamtes Team gut harmonieren und funktionieren – wir haben erfahrene Leute, die alle ihren Teil zum Erfolg beitragen.“

Und dabei, so betont Proczyk, sei man durchaus noch steigerungsfähig: „Wir sind zwar konkurrenzfähig, aber keineswegs die Schnellsten im Feld. Ein bissl Rennglück war bisher auch im Spiel, und man kann absolut nicht davon ausgehen, dass einem das immer hold ist. Konstant zu punkten ist in dieser Meisterschaft das A und O, auch und vor allem im zweiten Lauf des Wochenendes, wenn die Top-Ten des Qualifikationstrainings in umgekehrter Reihenfolge starten. Aber jeder erlebt mal ein schlechtes Rennwochenende, und daher sind bei diesem Punktesystem auch 30 oder 40 Zähler kein beruhigender Vorsprung.“

Überhaupt weigert sich Proczyk gegenwärtig, an einen möglichen Titelgewinn zu denken: „Klar, man hat schon ein bisschen das große Ganze im Blick und vermeidet nach Möglichkeit größere Reibereien auf der Rennstrecke. Aber je näher die Titelentscheidung rückt, desto eher werden die auch passieren. Und es kann sich alles so schnell ändern. Um die Fahrerwertung zu gewinnen, brauchst du auch Glück. Deswegen ist mir die Teammeisterschaft fast wichtiger.“

Und da sieht es ebenfalls blendend aus – nicht zuletzt auch dank Proczyks jungem Teamkollegen Luke Wankmüller. Der Routinier gerät regelrecht ins Schwärmen: „Der Junge macht so viel Spaß! Er hat Feuer, ist fleißig und kein Schwätzer. Für einen 17-Jährigen ist er unglaublich weit. Ich hoffe, ich kann ihm helfen, im Motorsport ein bisschen weiterzukommen, indem ich ihm zum Beispiel von den Fehlern erzähle, die ich schon gemacht habe … Ich bin gespannt zu sehen, wo Luke in vier, fünf Jahren stehen wird.“

Das nächste Rennen am ersten August-Wochenende auf dem Nürburgring hält für Hari Proczyk allerdings eine zusätzliche Herausforderung bereit: „Weil wir uns aus Sicherheitsgründen dazu entschlossen haben, den Motor zu wechseln, muss ich gemäß Reglement der ADAC TCR Germany im ersten Lauf von ganz hinten starten. Bei der hohen Leistungsdichte im Feld wird das eine echte Herkulesaufgabe.“